PROJEKTE
HistoryNET
Band der Geschichte
Unsere Erinnerungskultur ist ein wesentlicher Bestanteil unserer starken freiheitlich demokratischen Gesellschaft. Durch den zunehmenden zeitlichen Abstand zur Shoa, das Versterben der letzten Zeitzeugen sowie die ansteigenden Angriffe aus dem Spektrum der Rechtsextremen und Antisemiten verspüren wir einen verstärkten Druck auf die Form und den Inhalt der historischen Auseinandersetzung. Es war und ist nicht nur an den Überlebenden des Holocaust, die Taten und Spuren der Vergangenheit sichtbar zu machen, sondern auch an uns, der nachfolgenden Generation, die passenden Formen des Erinnerns und der Auseinandersetzung mit der Geschichte zu finden und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Es geht nicht nur darum, der Opfer des Nationalsozialismus‘ zu gedenken, sondern Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Erinnerungskultur soll somit einen klaren Bezug zur Gegenwart enthalten: Es gilt, der Toten zu gedenken und die Lebenden zu schützen.
Seit über zwei Jahren führen wir das Éva Fahidi-Dialogprogramm durch und vernetzten die Geburtsstadt Debrecen und den Ort der Zwangsarbeit von Éva Fahidi in Hessen. In dieser Zeit ist eine Kooperation der beiden Städte entstanden, wurden Austauschformate durchgeführt und in diesem Sommer ein Schulaustausch organisiert.
Mit unserem Bildungsprojekt "HistoryNET" knüfen wir an diese Erfahrungen an und verfolgen einen bi- und/oder multilateralen Ansatz im europäischen Kontext. Für den schulischen oder außerschulischen Austausch begeben wir uns mit jungen Menschen aus Deutschland und Ländern wie Polen, Rumänien, Ukraine oder Ungarn auf Spurensuche von weiteren verfolgten Personen (Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, Militärinternierten oder sogenannten Ostarbeiterinnen und Ostarbeitern). Deren Heimatorte werden in einem didaktischen Konzept mit Schulen und außerschulischen Einrichtungen am Ort der Zwangsarbeit verbunden. Wir knüpfen damit Bänder zwischen der Zivilgesellschft in verschiedenen Regionen in Europa. Diese Form des multilateralen Austausches ebnet den Weg, um gemeinsam historisches Wissen zu erarbeiten und aktuelle Fragen und Herausforderungen in einer europäischen Dimension zu diskutieren.
Beispiel: Debrecen (Ungarn) - Stadtallendorf: www.eva-fahidi-dialogprogramm.de
Oberhessische Presse | 25.10.2025

